Leuchtet unbedenklich und produktionsbedingt – Heatball

Hier geht es oft ganz heiße her in Narva -City

Hier geht es auch oft ganz heiß her – in Narva – City, Berlin-F´hain. Foto: Stefan Bartylla

An dieser Stelle möchte unser Blog ein Beispiel präsentieren, wie sich selbst amtlich besiegelte Erledigungen per kreativem Einsatz zu einem netten Comeback gestalten können.

Sie galt als ausgestorben, tot, ausrangiert, abgebrannt, verboten und erledigt. EU-Richtlinien hatten der Glühbirne im vergangenen Jahr den Saft abgedreht. Energiesparlampen sollten es nun richten und trotz teureren Neukaufs beim sparen und schonen helfen. Irgendwie fühlte sich mancher Verbraucher trotz zunehmend verbreiteten Umwetbewußtsein mit diesem Verbot übergangen. Was sollte mit dem 50er Jahre Kronleuchter von Oma, der Jukebox mit Programmhinterleuchtung oder all den anderen beleuchteten Elektro-Dingen passieren, zu denen die olle Birne sehr wohl, die neue Ernergieglassparschraube aber ganz und gar nicht passen mochte? Mancherorts etablierten schwarzmarktähnliche Bückwarenbestände die Lückenfüllung.

Ein Heatball-Arrangement zur Kunstausstellung am Ex-Airport

Ein Heatball-Arrangement zur Kunstausstellung am Ex-Airport, foto:Stefan Bartylla

Auch Reisen ins glühbirnentechnisch kompatible außereuropäische Ausland konnten schnell zur Importgelegenheit kleinerer Stückzahlen genutzt werden und ebenso eine einfach enorme Anhortung an Birnenbeständen vermochte vorerst für Linderung am Glühlichtmangel zu sorgen.

Irgendwie sehr ostig das Ganze

Aber derlei Kompensationen scheinen allesamt ab sofort überflüssig. Schließlich tauchte vor Kurzem am Erfinderhorizont eine kleine technische Meisterleistung aus der Ruhrmetropole Essen auf. Der „Heatball“ ist ein Heizgerät, das zufällig exakt in jede herkömmliche Lampenfassung paßt und dessen Leuchtstrahlung als angenehme Nebenwirkung beim Heizbetrieb hingenommen werden sollte. Überhaupt scheint das Gerät mit frappierender, technischer Verwandheit zu den umweltzerstörenden Klimakillern mit Glühdraht zu stehen. Der Hersteller entwarnt übrigens alle, die sich Sorgen um die Strahlung machen, die von den kleinen Glasheizkörperchen emittiert werden – es handelt sich um einfaches Licht: „Die Leuchtwirkung während des Heizvorgangs ist produktions­technisch bedingt. Sie ist völlig unbedenklich und stellt keinen Reklamationsgrund dar.“ Auch das diese Geräte nach Abschaltung noch enorme Hitzestrahlung senden ist dem Hersteller Anlaß genug, warnende Botschaften auf seiner Versandwebsite zu erläutern.

Übrigens gehen vom Verkaufserlös eines jeden Heatball® Spenden in Höhe von € 0,30 an ein Projekt zum Schutz des Regenwalds. Well done, liebe Heatball-Creater. Zur Webpage des Heatball-Projektes geht es per Link hier..

NACHTRAG

Schade eigentlich….

Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen hat im Verfahren des vorläufigen Rechtsschutzes ein von der Bezirksregierung Köln verhängtes Verbot bestätigt, das den Verkauf herkömmlicher Glühlampen als so genannte „Heatballs“ untersagt. Mehr dazu hier:

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